Etiketten als flexible Informationsträger

Als allgegenwärtiger Bestandteil unserer materiellen Geschäftskultur erfüllen Etiketten wichtige Funktionen: sie sind Träger von Zusatzinformationen, die sich weder aus der Produktdokumentation noch aus dem Verpackungsaufdruck ergeben. Im allgemeinen Verständnis ist das Etikett ein kleines Hinweisschild auf Produkten, welches über das gekennzeichnete Produkt selbst informiert. Sieht man einmal von Sonderfällen wie Flaschen ab, werden Etiketten umgangssprachlich meistens mit selbstklebenden, das heißt Haftetiketten gleichgesetzt.

Begriff "Etiketten"

Der Wortursprung aus dem Französischen „etiquetter“, auf deutsch „etikettieren“, geht auf eine Gepflogenheit des spanischen Hofzeremoniells zurück. „Estiquier“ bedeutete ursprünglich einen Zettel mit Hinweisen feststecken. Somit hat das Etikett schon vor fünfhundert Jahren eine Funktion gehabt, die es bis heute nicht verloren hat: es ist ein flexibler Träger für Mitteilungen, Hinweise und Informationen. Auch die übertragende Bedeutung des Verbs im Sinne von „Jemandem eine Eigenschaft zuschreiben“, kommt dieser Bestimmung gleichfalls recht nahe. Ein Produkt erhält zu einem beliebigen Zeitpunkt eine Zusatzinformation, die es näher bestimmt und dem Verbraucher als Informationsquelle dient.

Kurze Geschichte des Etiketts

Gedruckte Etiketten gibt es bereits seit dem 18. Jahrhundert. Man kennzeichnete mit ihnen seinerzeit Warenballen oder Weinflaschen. Die Oberflächen wurden zu dieser Zeit mit nassem Leim bestrichen worauf das Etikett dann festgedrückt wurde. Selbstklebende Etiketten wurden erstmals in den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts von Stanton Avery in den USA hergestellt. Auf ihrer Rückseite befand sich Kautschukkleber, der es ermöglichte, sie wieder abzulösen. Die Entwicklung in Deutschland brachte ende der vierziger Jahre die selbstklebende Postkarte hervor, eine Art Doppelkarte, die sich mittels klebstoffbeschichtetem Rand wie ein Brief verschließen ließ. Das selbstklebende Etikett, wie wir es heute kennen, setzte sich seit den 50er Jahren des zurückliegenden Jahrhunderts allgemein durch und übernahm eine führende Rolle unter den Etikettenarten.

Arten von Etiketten

Etiketten gibt es in unterschiedlichen Größen, Farben und Materialien für verschiedene Anbringungsverfahren. Die geläufigste Form stellt das selbstklebende Haftetikett dar, welches aus gestanztem Papier hergestellt und mit einer Kleberschicht auf der Rückseite versehen ist. Von seiner Trägerfolie, aus pergamentartigem Papier lässt sich das Etikett leicht ablösen und auf dem entsprechenden Objekt anbringen. Es gibt unterschiedliche Papierarten und Klebertechniken, die man bei der Herstellung von Etiketten einsetzt. Die Wahl der Qualität hängt im wesentlichen vom Einsatzzweck ab. Das beginnt bei der Beschaffenheit der Materialoberfläche der zu etikettierenden Objekte, geht über physikalische Anforderungen wie Temperaturbeständigkeit bis hin zu strategischen Überlegungen ob die dauerhafte Anbringung gewünscht wird oder sich das Etikett bei Bedarf wieder ablösen lassen soll. Neben Papier findet man heute zahlreiche Kunststofffolien als Trägermaterial. Kunststoffetiketten sind zumeist langlebiger als Papieretiketten, werden in der Regel digital bedruckt und sind sehr temperatur- und witterungsbeständig. Im Bereich optischer Erzeugnisse wie Brillen, sowie bei Fernsehern und Computerbildschirmen verwendet man oft Kunststoffetiketten die ohne Kleberschicht auskommen und über statische Effekte auf der Glasoberfläche fest haften. Ihr Vorteil ist, dass sie sich trotz ihrer guten Hafteigenschaften rückstandsfrei von der Oberfläche ablösen lassen. Spezielle Arten von Etiketten finden sich in allen Bereichen des Textilgewerbes. Aufgrund der schlechten Haftbarkeit von Klebeetiketten auf textilem Gewebe werden hier textile Etiketten mit dauerhaften Angaben wie Größeninformationen direkt in das Gewebe eingenäht. Andere Informationen sind auf kleinen Papp- oder Kunststoffschildchen aufgebracht, die man mit einem Textil- oder Kunststofffaden direkt in das Gewebe einschießt.

Einsatzbereiche von Etiketten

Preisauszeichnung

Eine verbreitete Verwendungsart von Haftetiketten ist ihre Funktion für die Preisauszeichnung von Waren. Nicht erst seit dem Siegeszug des SB-Supermarktes gehören sie zum selbstverständlichen Erscheinungsbild der Warenoptik. Jedes Produkt im Supermarkt war mit einem Haftetikett versehen, das mit der verbindlichen Preisangabe beschriftet oder bedruckt war. Dies diente zum einen der Kontrollmöglichkeit des Verbrauchers, zum anderen der Kassiererin als Informationsquelle für die Abwicklung des Bezahlvorgangs. Seit der Einführung des Barcodescanners ist das Etikett jedoch in dieser Funktion zurückgedrängt worden.


Begleitdokument in der Logistik

Der Barcode als maschinenlesbare Information hat das Haftetikett nicht verdrängt, im Gegenteil. Dadurch, dass man mit dem Barcode in der Regel Zusatzinformationen erzeugt, die man erst später einem Objekt zuordnet, werden Barcodes in aller Regel auf Etiketten ausgedruckt. In der materiellen Ablauforganisation des gesamten Post- und Kurierzustellwesens spielen selbstklebende Haftetiketten daher eine zentrale Rolle. Kein Einschreiben und keine Warensendung erreicht den Empfänger ohne aufgeklebte Etiketten. Ihre Funktion ist fundamentaler Natur, denn die per Etikett aufgebrachten Informationen dienen hier der Identifikation und der Steuerung während des gesamten Transportvorgangs.


Mittel der Werbung

Der Einsatz von Etiketten stellt eine ausgezeichnete Möglichkeit dar, Produkte temporär und regional begrenzt aus dem Warenangebot hervorzuheben. So kann ein Händler beispielsweise durch den Einsatz von Etiketten ein limitiertes Warenkontingent aus dem Gesamtangebot hervorheben. Dies geschieht einfach durch die Anbringung von Haftetiketten mit Aufschriften wie „Sonderangebot“ oder „billiger“ an den jeweiligen Waren. Diese Etiketten haben Signalfunktion und erregen die Aufmerksamkeit des Kunden. Auch Hersteller können durch den Einsatz von Etiketten Sonderaktionen fahren ohne dass spezielle Verpackungen hierfür gefertigt werden müssen. Somit stellt der Einsatz von Etiketten eine äußerst wirtschaftliches Verfahren zur gesonderten Bewerbung von Produkten dar. Eine besonders edle Form stellen die 3D Aufkleber dar.


Universelle Verbreitung in der Büroorganisation

Eine weite Verbreitung haben Etiketten in unserer alltäglichen Büroorganisation. Für die unterschiedlichsten Aufgaben werden sie von der Industrie in Form von Blankoetiketten angeboten, die je nach konkretem Einsatzzweck bei Bedarf beliebig beschriftet oder bedruckt werden können. Eine ganz besondere Form von Etikett hat sich hier etabliert, die dem Begriffsursprung äußerst nahe kommt. Die überall anzutreffenden Haftnotizen gehören zum allgegenwärtigen Erscheinungsbild der Bürokultur und haben trotz modernster Kommunikationstechniken ihren festen Platz als Träger von Informationen.


Technik – Identifikation und Kontrolle

Es gibt kaum ein technisches Produkt, welches nicht mit einem Etikett versehen ist. Die Informationen sind vielfältig und reichen von Seriennummer, Modellbezeichnung, technischen Sicherheitshinweisen und Prüfzertifikaten wie TÜV oder CE, dem Siegel für elektrische Sicherheit. Da Seriennummern von Geräten nur einmalig vergeben werden stellen Etiketten in diesen Anwendungsfällen Unikate dar. Gewöhnlich bringt man sie an Stellen an, die nicht direkt sichtbar sind, etwa auf der Unter- oder Rückseite eines Gerätes. Der Kunde hat dadurch die Möglichkeit das konkrete Unikat des Produktes festzustellen und den Servicebereichen der Händler und Hersteller dienen sie im Supportfall der schnellen Identifikation.

Die Begrifflichkeiten für Etikett sind heutzutage fließend und eine genaue Abgrenzung manchmal schwierig: Aufkleber, Sticker, Label oder wie auch immer ein Etikett bezeichnet wird – seiner Grundfunktion als Träger von zusätzlichen Informationen wird es in jedem Fall gerecht.

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